Senefelder-Schule

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Fächer Deutsch Lesungen Lesung Domes 2017

Lesung Domes 2017

Nebel im August

so heißt der Titel des Buches, aus dem der aus Kaufbeuren/Bayern stammende Autor Robert Domes am 15. November 2017 im Raum 101 vor sämtlichen 10.Klassen aller Schularten der Senefelder-Schule sowie der Q 11 Textpassagen vorlas und von seiner 6-jährigen Recherchearbeit erzählte.

Das Buch beruht auf einer wahren Begebenheit. Der Autor kam an die „Krankenakte“ des als schwer erziehbar eingestuften Ernst Lossa, eines Jungen aus der Volksgruppe der „Jenischen“ (oft mit den Sinti verwechselt), und da ihn das Foto des Jungen nicht mehr losließ, begann er nachzuforschen und erfuhr Erschütterndes.

Ernst wird im Jahr 1933, im Alter von vier Jahren, von seiner Familie getrennt und, nachdem er verschiedene Erziehungsheime durchlaufen hat, in die Heil- und Pflegeanstalt Irsee in der Nähe von Augsburg eingewiesen, dessen Leiter Dr. Veithausen Teil des staatlichen Euthanasieprogramms ist und durch die „Fachschwester“ Edith viele Kinder durch Verabreichung vergifteten Fruchtsaftes sowie Giftspritzen töten lässt. Ernst, ein gesunder Junge, bekommt zwar etwas von diesen furchtbaren Taten mit, hofft jedoch, mit dem Leben davonzukommen, da sein Vater ihm versprochen hat, ihn abzuholen und mit ihm nach Amerika zu gehen. Der Vater kommt auch, darf ihn jedoch nicht mitnehmen, da er keinen festen Wohnsitz vorweisen kann. In Folge der Geschichte freundet Ernst sich mit zwei Mädchen an. In eines der Mädchen verliebt er sich, doch sie wird von „Schwester“ Edith umgebracht. Nachdem er daraufhin den „Anstaltsarzt“ Dr. Veithausen als Mörder beschimpft, setzt ihn dieser auf die Todesliste. Damit kann auch Ernst seinem Schicksal nicht entkommen und wird am 8. August 1944 in dem Krankenzimmer, das man ihm zur Übernachtung zugewiesen hat, mit zwei Morphiumspritzen getötet. Seine einzige verbliebene Freundin Nandl verkündet am nächsten Tag, dass er es „geschafft“ hat und in Amerika sei.

Das Buch beleuchtet in gut verständlicher Weise die Problematik der Euthanasie, der Psychiatrie, die Vorgehensweise mit behinderten Kindern und die in keiner Weise beachteten Menschenrechte während der Nazi-Diktatur und schildert eindringlich den furchtbaren Leidensweg Ernst Lossas.

Der Autor diskutierte nach seinem Vortrag mit den aufmerksamen Schülerinnen und Schülern, was sehr gut angenommen wurde.

Am 22. Dezember werden die Klassen, die bei der Lesung anwesend waren, im Treuchtlinger Kino den gleichnamigen und preisgekrönten Film sehen.

Ein großes Dankeschön geht an den Förderverein Freunde der Senefelder-Schule, der durch seinen finanziellen Beitrag die Lesung von Herrn Domes erst ermöglicht hat.

 

Barbara Seubert

 

Schülermeinungen zur Lesung:

„...Ich hoffe, die Menschen lernen aus der Vergangenheit...“

„...interessant, spannend und aufklärend...“

„...sorgfältig recherchiert...“

„...mitreißend...“

„...war nicht sehr begeistert vom Vortrag, da ich Ähnliches schon oft gehört habe...“

„...Robert Domes hat mich nochmals darin  bestärkt, gegen Rassismus zu kämpfen...“

„...gelungene Lesung, sehr informativ und spannend...“

„...eine berührende Geschichte über das dunkelste Zeitalter der deutschen Geschichte...“

„...gute Mischung aus Fakten und Fiktion...“

„...bin an weiteren Vorlesungen über diese Thematik interessiert...“

„...stark gelesen, gute Mimik und Gestik...“

„...mitreißender Lesestil...“

„...hervorragende Wiedergabe des dramatischen Stoffes, weitere Lesungen wünschenswert...“

„...Herr Domes hätte etwas mehr auf die Täter und deren Intention eingehen können...“

„...Mir hat die Vorlesung gefallen...“

„...bin gespannt auf den Film...“

„...schwere Kost, sehr belastend, schockierend und unvorstellbar...“

„...das Thema ist für mich noch immer sehr aktuell...“

„...durch solche Vorträge werden Bücher für uns lebendiger...“