Senefelder-Schule

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Schulleben Exkursionen "Revolution Train"

"Revolution Train"

Montag, 09. Oktober 2017

Die 8a des Gymnasiums der Sene machte sich zum Aufbruch bereit. Alle waren gespannt, denn heute ging es zum „Drogenzug“! Eine Bezeichnung, welche das bevorstehende Ziel in den Augen der Schüler vorerst ganz gut beschrieb. Die Rede ist vom „Revolution Train“, einem restaurierten Zug, der durch ganz Deutschland fährt, um Schüler über die Gefahren und den Einfluss von Drogen zu informieren und der an diesem Tag in Weißenburg Halt machte, um auch von drei Klassen der Senefelder-Schule besucht zu werden (je einer Klasse aus Gymnasium, Realschule und Mittelschule).

Nach einem freundlichen Empfang lernten wir unsere „Zugführer“ kennen. Eine Kriminalpolizistin aus Ansbach und einen Pädagogikstudenten aus Eichstätt. Eine, wie sich bald herausstellen sollte, gute Kombination für die bevorstehende Reise! Nach einer kurzen Einführung zur Geschichte des Projektes „Revolution Train“ ging es auch schon los und die Schüler/-innen sahen im ersten Waggon den ersten Teil eines Films, der die „Drogenkarriere“ mehrerer Jugendlicher zeigte und auf einer wahren Geschichte basiert.  Die Atmosphäre im Zug, dessen Innenwände wie das Innere des menschlichen Körpers gestaltet sind, ließ die Schüler mit großer Aufmerksamkeit dem einleitenden Monolog des noch unbekannten Protagonisten lauschen. Im Anschluss ging es auch schon in den nächsten Waggon, dessen Inneres als Disco mit langer Theke gestaltet war, um zu unterstreichen, dass Alkohol oft der Anfang vom Ende ist und dort auch mit Drogen gehandelt wird.  Im Dialog mit unseren „Zugführern“ durften die jungen Besucher erzählen, was sie über legale und illegale Drogen wissen und beteiligten sich rege.

Dann wurde der Film fortgesetzt, der dazwischen immer wieder stoppte, um Raum für Fragen der Begleiter und die Antworten der Schüler und Schülerinnen zur Drogenproblematik zu schaffen. Die im Film gezeigte Szene, in der ein Auto, das von einem angetrunkenen jungen Disco-Besucher gefahren wird, einen Motorradfahrer überfährt, wurde für die Schüler drastische Wirklichkeit, als sich die Leinwand hob und dahinter das Auto und das darunterliegende, völlig demolierte Motorrad zum Vorschein kamen, dessen Fahrer bei dem Unfall zu Tode kam.   Ein Moment, der deutlich die möglichen Folgen von Alkohol- und Betäubungsmittelmissbrauch zeigte und somit betroffen machte. Die Gefängniszelle, originalgetreu dargestellt, in der der Unfallverursacher die nächsten Jahre nach seiner Verurteilung verbringen wird und die Auseinandersetzung mit dem Gesehenen machten die jungen Besucher nachdenklich.

Im folgenden Teil des Filmes sahen die Jugendlichen, dass die Mitfahrer des Unfallverursachers ungerührt weiter tranken und Drogen, die immer härter wurden, konsumierten, bis sich schließlich das Leben des im Auto sitzenden Pärchens nur noch um die Beschaffung von Drogen drehte, wobei das Mädchen sich auch prostituierte, um an Geld zu kommen.

Der letzte Wagen war als typische Drogenhöhle gestylt, hier lagen dreckige Matratzen, Müll, gebrauchte Spritzen herum, es war richtig eklig, was abstoßend auf die jungen Besucher wirkte.

Die grauen, durchlöcherten und kaputt wirkenden Wände des Waggons verdeutlichten den körperlichen Verfall des alkohol- und drogensüchtigen Menschen. Besonders Cristal Meth, erläuterte die Kriminalbeamtin, zerstört den Körper und das Gehirn in kürzester Zeit. 

Die weiterhin gezeigten Filmszenen sollten die Schüler und Schülerinnen anregen, gesehene Szenen nachzuspielen, was sehr gut angenommen wurde, von Tipps und Ratschlägen der beiden Zugführer aktiv begleitet.

Im letzten Teil des Filmes wurde das Ende einer Drogenkarriere gezeigt. Während der männliche Hauptdarsteller sich den „Goldenen Schuss“ setzte, da er keinen anderen Ausweg mehr sah, erklärte sich seine Freundin bereit, einen Drogenentzug zu machen, was sie aber erst beim zweiten oder dritten Versuch schaffte.

Welches Fazit lässt sich also ziehen? Fragte man die Schüler, so erhielt man als Antwort, dass der interaktive Film sowie die „echten“ Kulissen die Situationen „super“ veranschaulichten und das Gesehene und Gehörte somit viel erfahrbarer wurde. Zudem ist jedem klar geworden, dass vom harmlosen Beginn mit Alkohol und Zigaretten bis zum bitteren Ende mit Crystal Meth und Heroin nicht nur die Süchtigen, sondern auch deren gesamtes Umfeld leiden müssen.

Schade ist, dass nur wenige Klassen die Gelegenheit hatten, den Zug zu besuchen.

Sebastian  Schmidt                     Barbara Seubert

Revolution Train 01

Revolution Train 02

Revolution Train 03

Revolution Train 04

Revolution Train 05

Revolution Train 06

Revolution Train 07