Senefelder-Schule

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Zwei Wahlprojekte an der Senefelder-Schule

Im Vorfeld der Bundestagswahl gab es an der Senefelder-Schule zwei große Projekte für eine Vielzahl von Schülerinnen und Schülern. Die Klasse 10 bM und ihr Klassenlehrer Michael Fritsch führten für die Jahrgangsstufen 8 bis 12 aller Schularten nach gründlicher Information durch den Wahl-O-Mat eine Schülerwahl durch, wie das sehr erfolgreich schon bei früheren Bundes- und Landtagswahlen geschehen war.

Gleichzeitig fand ein Projekttag der 10. Klassen der Realschule und des Gymnasiums unter  der Leitung von Frau Hannah Bolz und den Fachschaften Geschichte und Sozialkunde statt. Die Wahlprogramme unterschiedlicher Parteien wurden gelesen und präsentiert.  Anschließend nahm die Projektgruppe an der so genannten Juniorwahl teil.

Bei den Wahlvorgängen wurde natürlich - wie bei einer richtigen Wahl - auf höchste Geheimhaltung geachtet. Beide Wahlergebnisse waren äußerst interessant. Es gab Gemeinsamkeiten mit dem tatsächlichen Ergebnis der Bundestagswahl, aber auch erkennbare Unterschiede. Auch die beiden an der Schule durchgeführten Wahlen unterschieden sich im Ergebnis voneinander. Im ersten Fall wäre die Tierschutzpartei in beträchtlicher Stärke in den Bundestag gewählt worden, im zweiten wären die Piraten eingezogen.

Der herzliche Dank der Schulleitung gilt allen beteiligten Lehrkräften, die mit großem Einsatz das politische Bewusstsein der Schülerinnen und Schüler gefördert haben, und natürlich den Jugendlichen selbst, die die Projekte mit solchem Engagement mitorganisiert und gestaltet ... und schließlich sogar ihr Votum abgegeben haben.

Im Anschluss finden Sie die Berichte von Frau Bolz und zunächst von Herrn Fritsch, der die Schüler vor ihrer Stimmabgabe mit dem Wahl-O-Mat (s. Bild) vertraut machte:

Schüler am Wahl-O-Mat 2 Website 1


In der letzten Woche vor den Bundestagswahlen machte sich die Klasse 10 bM gemeinsam mit ihrem Klassenlehrer an die Arbeit, um ein Wahlprojekt zu den Bundestagswahlen 2017 für die Schülerinnen und Schüler der 8. bis 12. Klassen aller drei Schularten auf die Beine zu stellen. 

In der Vorbereitungsphase wurden Wahlzettel erstellt, Wahlurnen angefertigt, ein „roter Faden“ als Hilfe zur Bedienung des Wahl-O-Mat entworfen und die Computer für die Nutzung durch die „Wählerinnen und Wähler“ vorbereitet.

An den beiden Wahltagen wurde die Klasse 10 bM in Gruppen aufgeteilt, welche im Laufe des Tages wechselten. Eine Gruppe holte die wählenden Schüler/-innen in ihren Klassenzimmern ab. Zwei weitere Gruppen waren auf zwei Computerräume verteilt, denn die „Wahlberechtigten“ wurden nicht nur aufgerufen zu wählen, sondern auch dazu bewegt, den Wahl-O-Mat kennen zu lernen. Dieser forderte Antworten zu 38 Fragen, die schwierige Begriffe beinhalteten, welche die Schüler/-innen der 10 bM vorher als Hausaufgabe vorbereitet hatten und somit bei Bedarf erklären konnten. Anschließend erfuhren die jungen Wähler, welche Parteiprogramme am besten zu ihren Antworten passten. Die letzte Gruppe wartete im Wahlzimmer und ließ die ankommenden Schüler nach Klassenlisten in geheimer Wahl ihre Stimme abgeben.

Innerhalb von zwei Tagen wählten aus 23 Klassen aller Schularten knapp 500 Schüler/-innen aller Nationalitäten. Ausgenommen waren die Zehntklässler, die gleichzeitig am Projekt Juniorwahl von Frau Hannah Bolz teilnahmen. Die Auszählung der Stimmen begann schon am letzten Wahltag und dauerte drei Tage. Bei der Auswertung stellte sich heraus, dass genau wie in der echten Bundestagswahl die CDU/CSU (30,4 %) vor der SPD (21,4 %) lag. Aber schon Platz 3 (Grüne, 11,4 %) und Platz 4 (Tierschutzpartei, 7,6 %) wichen deutlich von Bundesergebnis ab. Keine weitere Partei konnte die 5-Prozent-Hürde überspringen (siehe hier: Wahlergebnis Klassen 8 - 12). Das Bild zeigt die Klasse 10 bM vor den Ergebnissen der von ihr organisierten Wahl.

 

Klasse 10 bM vor Auswertungen Website 2

99 Schüler/-innen (etwas mehr als 20 Prozent) gaben an, dass der Wahl-O-Mat ihre Entscheidung beeinflusst habe. 259 (etwa 56 Prozent) würden gerne schon mit 16 Jahren an Bundestagswahlen teilnehmen können.

Diese Schülerwahl zeigt auf, dass durchaus beträchtliches politisches Interesse und Wissen bei unseren Schüler/-innen vorhanden ist und Parteien am Rande weit weniger Beachtung finden, als dies bei der Bundestagswahl der Fall war.

Michael Fritsch, Klassenlehrer der 10 bM

Projekttag „Juniorwahl“ an der Sene

Am Mittwoch, 20.09.2017 hatten 155 Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen der Realschule und des Gymnasiums die Möglichkeit, am „Projekttag Juniorwahl“ teilzunehmen. Hierfür hatten die Schülerinnen und Schüler zunächst in ihrem Klassenverband eine grundsätzliche Einführung in das deutsche Wahlsystem erhalten. Anschließend wurden die Mädchen und Jungen per Zufallsprinzip auf die sechs Parteien aufgeteilt, die nach den Umfragen im Vorfeld der Wahl eine realistische Chance hatten, in den nächsten Bundestag einzuziehen: CDU/CSU, SPD, Die Grünen, Die Linke, FDP und die AfD. Die Jugendlichen sollten keineswegs Wahlwerbung betreiben, sondern sich innerhalb von sechs Politikfeldern in die jeweilige Position der ihnen zugeteilten Partei einarbeiten, zum Beispiel zu den Themen Innere Sicherheit, Arbeit und Soziales sowie Migration und Flüchtlinge. Anschließend fand eine große Podiumsdiskussion statt, bei der die einzelnen Parteien ihre Programmpunkte darlegen konnten. Die vorher gewählten „Parteivorsitzenden“ fassten am Ende noch einmal die grundsätzliche Haltung der Parteien zusammen.

Juniorwahl - beim Lesen der Wahlprogramme Website 1

Abschließend durften die Schülerinnen und Schüler dann klassenweise wählen gehen. Hierfür standen die einzelnen Jugendlichen „TANs“ für eine elektronische Wahl am PC zur Verfügung, um nach Abgabe eines personalisierten Wahlscheins, der eine Doppelwahl verhindern sollte, für eine geheime Wahl zu sorgen.

Nach knapp 70 Minuten stand das Ergebnis der Sene dann fest: Entgegen den Ergebnissen der „echten“ Bundestagswahl wäre die AfD an der Senefelder-Schule nur auf Platz 6 gelandet und die Piratenpartei hätte bei der Juniorwahl die Sperrklausel geknackt und wäre in den Bundestag eingezogen.

Die Ergebnisse aller 4000 teilnehmenden Schulen der Juniorwahl sind auf www.juniorwahl.de einsehbar.

Ein großer Dank geht an  Frau Selina Binder, Herrn Willi Grathwohl, Frau Dr. Katrin Hicks, Herrn Dr. Hans-Jürgen Schindele und Frau Monika Stöhr, die das Projekt gemeinsam mit mir betreut haben.

Ergebnis „Juniorwahl“
10. Klassen
Realschule und Gymnasium
in Prozent

  SPD

30,59

  CSU

22,38

  GRÜNE

11,19

  FDP

8,20

  DIE LINKE

8,20

  AfD

5,97

  PIRATEN

5,22

Hannah Bolz für die Fachschaft Sozialkunde der Senefelder-Schule