Senefelder-Schule

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Schulleben Projekte Erasmus+ Erasmus+ in Rumänien

Erasmus+ in Rumänien

Schülerinnen und Lehrkräfte zu Besuch in Rumänien

Nach drei teacher's meetings in Portugal, Polen und Bulgarien, bei denen der internationale Schüleraustausch in sehr intensiv geführten Seminaren von den beiden Lehrkräften Cornelia Smeerdijk und Barbara Seubert vorbereitet wurde, ging es in der Woche vom 9. bis 16. Dezember erstmals mit vier Schülerinnen des P-Seminares „Wasser" auf große Reise nach Rumänien.
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Tag 1, Freitag, der 16.Dezember, Abreise nach Ploiesti.

Nach der dritten Unterrichtsstunde – es gab an diesem Tage Kurzstunden – verließen wir, vier Schülerinnen und zwei begleitende Lehrkräfte, gegen 09.00 die Sene in Richtung Treuchtlinger Bahnhof. Hier mussten wir zum ersten Mal warten, da der Zug in Richtung Nürnberg 20 Minuten Verspätung hatte. Dass dies nicht die einzige unfreiwillige Pause am ersten Reisetag war, stellte sich erst später heraus.

Wir trafen trotz Verspätung pünktlich am Albrecht-Dürer-Airport in Nürnberg ein, um einzuchecken. Die vorgenommen Leibesvisitationen des Sicherheitspersonals verliefen alle ohne Auffälligkeiten. Doch dann kam die Nachricht, dass der Abflug etwas nach hinten verschoben werde. Aus dem „Etwas" wurden dann drei Stunden. und so konnten wir nur mit erheblicher Verspätung das Flugzeug der Wizz-Air, einer ungarischen Fluglinie mit pinkfarbenen Flugzeugen, besteigen.

Um ca. 17.30 Uhr war es endlich soweit. Wir gingen an Bord des Airbus und kurze Zeit später waren wir in der Luft. Der Flug an sich verlief recht unspektakulär. Die Landung der Pilotin war perfekt. Aber aussteigen durften wir in Bukarest noch nicht. Wir erfuhren, dass eine Abordnung der Sicherheitspolizei mit Hunden einen verdächtigen Fluggast erwartete. Dieser Verdacht bestätigte sich jedoch nicht und so durften wir nach 30 Minuten das Flugzeug verlassen.

Die darauffolgende Passkontrolle erwies sich als regelrechter Ansturm auf den Ausgang.

Mittlerweile war es Abend geworden. Der Bus, der uns nach Ploiesti, einer rumänischen Großstadt, ca. 80 km von Bukarest entfernt, bringen sollte, hatte geduldig mit den Franzosen und Bulgaren gewartet, und so kamen wir um 22.30 Uhr endlich in unserem Hotel an. Auf den Begrüßungs- und Kennenlernabend mussten wir leider verzichten, da wir viel zu spät unser Hotel erreichten, todmüde waren und uns nach einem kleinen Snack auf unsere Betten freuten.

Die folgenden Tage waren recht gut durchorganisiert. Frühstück und Abendessen gab es meistens im Hotel und dazwischen lagen Workshops und Führungen, teils mit oder ohne die begleiteten Lehrer.

Am Samstag Morgen wurden wir von der Direktorin der „Toma N Socolescu" – Schule willkommen geheißen. Diese Schule ist eine Technikerschule, an der hauptsächlich naturwissenschaftliche Fächer unterrichtet werden. Bei der darauffolgenden Führung wurde uns die Schule ausführlich gezeigt.

Anschließend präsentierten die Schüler und Schülerinnen aus Bulgarien, Polen, Frankreich und Deutschland ihre Heimatorte in einem kurzen Vortrag, ergänzt durch Fotos. Natürlich erfolgte die gesamte Kommunikation ausschließlich in englischer Sprache, eine gute Übung für uns alle, wie unsere vier Schülerinnen meinten, die die ihnen gestellte Aufgabe in brillantem Englisch absolvierten.

Nach dem Mittagessen standen ein Museumsbesuch und eine Schnitzeljagd durch Ploiesti auf dem Programm. Abends besuchten wir noch einen Pub in der Innenstadt. Allerdings muss man hier anmerken, dass in Rumänien jeglicher Alkoholgenuss für Personen unter 18 Jahren verboten ist.

Am Sonntag fuhren wir dann zum "Cricov River", um Wasserproben für die anstehende Laboranalyse zu nehmen. Vorher jedoch wurden wir im Kindergarten von Coco Rastiicolt herzlich willkommen geheißen. Die Kinder führten ein Stück auf, in dem es natürlich um Wasser ging, nämlich in seinen verschiedenen Aggregatzuständen. Auch die Grund- und Mittelschüler erfreuten die Besucher mit verschiedenen Liedern in Rumänisch, Englisch und Französisch. Alle Kinder trugen ihre Nationaltracht und man bemerkte, dass sie stolz darauf waren.

Wieder zurück in Ploiesti wurde zu Mittag gegessen. Der Nachmittag war aufgrund der Wahlen in Rumänien frei. Da alle Geschäfte geöffnet hatten, ergriffen wir die Gelegenheit beim Schopf, um in einer großen Mall shoppen zu gehen.

Nach dem Abendessen im Hotel war Bettruhe angesagt, denn der nächste Tag sollte ziemlich arbeitsintensiv werden.

Am Montag stand zuerst der Logo-Wettbewerb auf dem Programm. Jede Schule hatte ein Logo mitgebracht und es wurde von den Erasmus+ - Teilnehmern gewählt, welches davon uns die nächsten zwei Jahre begleiten sollte.

Anschließend wurden die verschiedenen Wasserproben, die jede Gruppe dabei hatte (unsere stammte aus der Altmühl), im Chemielabor untersucht. Interessanterweise hatte die Altmühl hervorragende Werte, was für den bei uns praktizierten Umweltschutz spricht.

Am Nachmittag wurden im Biologieraum Experimente an verschiedenen pflanzlichen Organismen durchgeführt.

Am Abend verbrachten wir mit den Teilnehmern der anderen Länder ein paar Stunden in einer „In-Kneipe" in Ploiesti.

Nachdem wir am Dienstagmorgen mit einem Lunchpaket versorgt wurden, machten wir uns auf den Weg nach Bran. In der Nacht hatte es geschneit, an diesem Tag war es bitterkalt und es pfiff ein eisiger Wind. Ideale Bedingungen also, um Transsilvanien kennenzulernen. Trotzdem machten wir Halt an einer Wasseraufbereitungsanlage, in der uns demonstriert wurde, wie aus Flusswasser mithilfe von Bakterien Trinkwasser gewonnen wird. Nach der Werksführung wollten wir noch zum Paltinu-Damm, um auf der riesigen Staumauer einen Blick auf den Stausee zu werfen und das Wasserkraftwerk anzuschauen. Doch ein Lastwagen, der die steile Straße zum Damm wegen Schneeglätte blockierte, vereitelte unser Vorhaben. Also fuhren wir direkt weiter über die Karpaten, durch etliche Skiorte hindurch, zu Graf Draculas Schloss. Natürlich stand die Besichtigung auf dem Programm, aber auch hier mit Verbindung zu unserem Thema Wasser, denn es wurde erklärt, wie das Schloss mit Wasser versorgt wurde. Wir erfuhren, dass auch eine Quelle im Garten des Schlosses der Wasserversorgung diente. Anschließend fuhren wir nach Kronstadt, um dort die berühmte „Schwarze Kirche" zu besichtigen. Leider war diese geschlossen. So hatten wir genügend Zeit, das hübsche und gepflegte Siebenbürger Städtchen anzuschauen und über einen Weihnachtsmarkt zu bummeln. Da die Kälte nicht wich und heftiger Schneefall einsetzte, verkrümelten uns wir in ein Cafe, wo wir die leckerste heiße Schokolade der Welt serviert bekamen.

Da der Tag sehr anstrengend gewesen war, verbrachten wir den Abend im Hotel.

Am Mittwoch stand Bukarest, die Hauptstadt Rumäniens, auf dem Programm. Zuerst ging es aber zur viertgrößten Kläranlage Europas, die wir besichtigten. Interessant war, dass es dort sowohl eine biologische, als auch eine chemische Aufbereitung des Abwassers gibt. Danach ging es zum Parlamentspalast, den der ehemalige Diktator Nicolae Ceausescu hatte bauen lassen, nachdem er einen Großteil der historischen Altstadt abreißen lies, um Platz für diesen Prachtbau zu schaffen. Eine englischsprachige Führerin zeigte und erklärte uns die Räume. Nach der Besichtigung blieb noch etwas Zeit, um die lebendige Hauptstadt mit ihren vielen historischen Gebäuden auf eigene Faust zu erkunden.

Am Donnerstag, unserem letzten Aufenthaltstag in Ploiesti, waren wir alle noch einmal in unserer Gastschule. Dort wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt und führten verschiedene Experimente in Bezug auf Wasser durch, was allen viel Spaß machte. Am Nachmittag sollte dann von jeder Ländergruppe ein bebildeter Erfahrungsbericht über den Rumänienaufenthalt erstellt und ins Netz gestellt werden. Leider hat das bei uns aufgrund technischer Schwierigkeiten nicht geklappt.

Ab 19.00 Uhr fand dann die offizielle Verabschiedungsparty von Lehrern und Schülern im Hotel statt. Nach dem Essen wurde jedem Teilnehmer ein Teilnahmezertifikat verliehen und danach legte ein DJ auf. Es wurde ausgiebig getanzt.

Freitag: Der Tag unserer Abreise war gekommen.

Während die Bulgaren mit ihrem Reisebus heimfuhren und die Polen noch bis zum späten Abend auf ihren Flug warten mussten, fuhren wir, zusammen mit den Franzosen, zum Flughafen nach Bukarest. Trotz einer halbstündigen Verspätung erreichten wir unseren Anschlussflug in Düsseldorf, sodass wir am Abend wohlbehalten in Nürnberg landeten und mit U-Bahn und Zug nach Treuchtlingen fuhren, wo wir schon sehnsüchtig erwartet wurden.

Ein Aufenthalt, der sicherlich noch lange im Gedächtnis bleibt und der vielleicht auch aufgezeigt hat, dass vieles, was wir für selbstverständlich halten, in anderen Ländern noch längst nicht Standard ist.

Der nächste Besuch im Erasmus+-Projekt wird die anderen P-Seminar-Teilnehmer Ende März nach Montana in Bulgarien führen.