Senefelder-Schule

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Schulleben Projekte Comenius DeCo Besuch in Mo i Rana

Besuch in Mo i Rana

Koordinierungstreffen der Comenius-Partner in Mo i Rana (Norwegen)

In der Woche vom 19. bis 23. Oktober 09 fuhren Herr Dr. Novotný, Herr Maier und ich im Rahmen des Comenius-Projektes DeCo nach Mo I Rana (Norwegen)

zum ersten Treffen mit den Kollegen der Comenius-Partnerschulen aus Landen (Belgien), Belfort (Frankreich) und Larnaca (griechisch Zypern) und aus Mo I Rana. Auf der Tagesordnung standen neben der Planung des weiteren Vorangehens im Projekt auch Unterrichtsbesuche und ein Einblick in die Kultur des Gastlandes.

In Mo i Rana (Norwegen, am Polarkreis)Mo I Rana ist eine Kleinstadt mit 17 000 Einwohnern und liegt ca. 30 km südlich des Polarkreises an einem der vielen Norwegischen Fjorde. Die dortige Partnerschule hat etwa genau so viele Schüler wie unsere Schule, allerdings ist sie in drei verschiedene, über die ganze Stadt verstreute, Gebäude, untergebracht. Zuerst stellten die beteiligten Lehrer ihre Schule sowie das dazugehörige Bildungssystem vor. Dabei erfuhren wir, dass in Belgien, Frankreich, Zypern und  Norwegen alle Schüler bis zum Ende der zehnten Jahrgangsstufe dieselbe Schule besuchen und sich erst danach spezialisieren. Diese Länder haben sozusagen ein Gesamtschulsystem und eigentlich waren alle Lehrer der anderen Schulen sehr verwundert, dass bei uns in Bayern die Kinder schon nach der vierten Klasse getrennte Wege gehen.

Darüber hinaus wurde die Ausgestaltung der Website, sowie deren inhaltlicher Aufbau detailliert diskutiert und festgelegt, wie diese mit Inhalten zu füllen ist. Die Inhalte wurden ebenfalls detailliert diskutiert. Lange Diskussionen entwickelten sich auch über den genauen Inhalt der über das Projekt zu erstellenden DVD, die ökologische Häuser in der Vergangenheit und der Gegenwart zeigen soll. Letzten Endes soll dabei in jedem Land eine 10 minütige Powerpoint-Präsentation erstellt werden. Die Evaluation der eigenen Arbeit nahm überdies viel Zeit in Anspruch, da alle Formulare und Methoden genau besprochen werden mussten. Zuletzt stand noch die Wahl des Logos für das Gesamtprojekt an. Dafür hatten die Schüler in den einzelnen Ländern im Vorfeld Entwürfe gefertigt, aus denen dann norwegische Schüler und die anwesenden Lehrer das endgültige Logo für dieses Projekt wählten. Den Sieg trug ein norwegisches Logo davon.

Neben der direkten Arbeit am DeCo-Projekt durften alle Comenius-Teilnehmer die Schule in Mo I Rana besichtigen. Dabei staunten sie nicht schlecht, da jedes Klassenzimmer über einen Beamer verfügt, alle Schüler gegen eine geringe Leasinggebühr ihr Notebook von der Schule ausleihen und im Unterricht einsetzen. Der Einsatz des Internets wird durch W-LAN-Stationen in allen Klassenzimmern erleichtert. Da an der dortigen Schule sehr viele Lehrer beschäftigt sind, verwundert es nicht, dass die Klassen ziemlich klein sind. Nicht zu letzt deshalb fanden wir stets eine friedliche und aggressionsfreie Atmosphäre vor, in der die Selbstdisziplin der Schüler sehr groß geschrieben wurde. Da in Norwegen ausländische Filme nicht synchronisiert werden, ist Englisch sozusagen zweite Landessprache. Dies ist sicherlich eine Erklärung für die gute bis exzellente Beherrschung des Englischen nahezu aller Norweger.

In Mo i Rana (Norwegen, am Polarkreis)Da wir bei Norwegischen Kollegen wohnten, bot sich uns die Möglichkeit, in vielen herzlichen Gesprächen mehr über Land und Leute zu erfahren. Dabei fiel auf, dass man in Norwegen gerne über das Wetter spricht. Die Polarnacht, während der die Sonne nicht über den Horizont kommt, mag dafür eine Erklärung liefern. Schließlich liegt Mo I Rana nahe des Polarkreises. Darüber hinaus lässt man in Norwegen gerne den ganzen Tag und die ganze Nacht mehrere Lichter brennen. Auch hierfür kann man die Polarnacht als psychologische Erklärung und die niedrigen Stromkosten (ca. 20% des deutschen Preises) als wirtschaftliche Begründung anführen. A propos Strom. Norwegen erzeugt seinen ganzen elektrischen Strom aus Wasserkraft und braucht keine anderen Kraftwerke, auch keine Atomkraftwerke, was auch den niedrigen Preis erklärt. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass Häuser sehr gerne auch mit Strom beheizt werden. Die Häuser werden in Holzständerbauweise erstellt und anstatt eines Verputzes mit einer Holzvertäfelung versehen, wodurch insgesamt gute Isolierwerte erreicht werden.

An einem der Nachmittage machten wir zusammen mit allen anderen Teilnehmern bei herrlichem Herbstwetter einen Ausflug entlang des Fjords ans Meer - ein Stück legten wir  dabei mit der Fähre zurück - und so konnten wir die wunderschöne Norwegische Fjordlandschaft bestaunen. 
Nach all diesen tollen Eindrücken machten wir uns wieder auf den Rückweg, um die gewonnenen Erkenntnisse an die Schüler weiterzugeben und um das Comenius-Projekt DeCo vor Ort voranzutreiben. Mit im Gepäck hatten wir das feste Ziel, die Abschlussveranstaltung im Mai 2011 bei uns in Treuchtlingen mindestens genauso anspruchsvoll und informativ für unsere Gäste zu gestalten.

Die englischsprachige Website http://www.comenius-deco.net/ bietet weitere Informationen über den Projektverlauf an.