Senefelder-Schule

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Unsere Schule Schulentwicklung Medienprojekt SENE 20/20

Medienprojekt SENE 20/20

SENE 20/20 – Unser Medienprojekt wird erwachsen

Im September 2014 startete am Gymnasium unserer "Sene" das Projekt „10E – iPad-basierter Unterricht im Schuljahr 2014/2015“. Zielsetzung dieses Projektes ist die praktische Erprobung einer potentiellen medialen Ausstattung der Klassenräume an Mittelschule, Realschule und am Gymnasium im Rahmen der anstehenden Generalsanierung.

Im Gegensatz zu den digitalen Whiteboards, bei denen stets die latente Gefahr einer Zentrierung des Unterrichtsgeschehens auf ein Gerät verbunden mit einer Dominanz lehrerzentrierter Unterrichtsformen besteht, versuchen wir in der Arbeit mit dem Tabletcomputer eine andere pädagogisch-didaktische Richtung einzuschlagen. So soll in naher Zukunft eine Öffnung des Schulunterrichts hin zu schülerzentrierten Arbeits- und Lernformen erreicht werden, in der die eingesetzten Geräte und Medien zugunsten eines nachhaltigen Lernerfolgs in den Hintergrund treten.

Im Zuge des Projekts wurde das Klassenzimmer der Einführungsklasse 10 E für Schüler mit Mittlerem Schulabschluss am Gymnasium, Raum II/12, im Juni und Juli 2014 einer grundlegenden Renovierung unterzogen, an den aktuellen Stand der Technik angepasst und mit Beamer, Apple-TV-Box und W-LAN-Internetverbindung ausgestattet. Die Apple-TV-Box gestattet dabei eine drahtlose Kommunikation zwischen Tablet und Beamer und ermöglicht es dem Anwender, mit geringem Aufwand die unterschiedlichsten Medieninhalte zu präsentieren. So können beispielsweise Filme „wireless“ vom Tablet über die Apple-TV-Box an den Beamer und die im Klassenzimmer installierten Boxen „gestreamt“ werden.

Im Rahmen des Schulprojekts wurde allen in der 10E eingesetzten Lehrern von der Schule ein iPad Air für die Dauer des aktuellen Schuljahres zur Verfügung gestellt. Die Lehrer und Lehrerinnen hatten so die Möglichkeit, umfassende Erfahrungen im Umgang mit der neuen Technik zu sammeln.

Kurz darauf renovierte die Realschule den Klassenraum II/11 und stattete ihn nahezu genauso wie den Raum II/12 des Gymnasium aus. Hierbei ging man jedoch noch einen Schritt weiter und gestaltete die mediale Präsentationstechnik systemoffener, indem die Möglichkeit geschaffen wurde, auch Tablets mit Android-Betriebsystem zu integrieren. Der Vorteil hierbei ist, dass die Lehrerinnen und Lehrer ihre eigenen Tablets nutzen können und nicht auf einen bestimmten Hersteller festgelegt sind.

Durch die Einrichtung einer schulinternen Cloud-Lösung wurde der unterrichtliche Mehrwert des Tablet-Klassenzimmers weiter gesteigert. Die Lehrkräfte können nun Unterrichtsinhalte (z. B. Dokumente, Präsentationen, Bilder, Fotos, Audio-Dateien, Filme) vom heimischen Computer in die schuleigene Cloud hochladen und im Unterricht darauf zugreifen. Ziel ist es hierbei, die Zeitdauer für den Medienwechsel zugunsten einer Maximierung der effektiven Lernzeit zu reduzieren.

Das Pilotprojekt sieht auch den Einsatz und die Erprobung von neuen Applications („Apps“) vor und verfolgt dabei das Ziel, den Unterricht abwechslungsreich zu gestalten und den Lernprozess der Schüler und Schülerinnen zu unterstützen. Mit „Geogebra“ können zum Beispiel im Mathematikunterricht Funktionen und Graphen dargestellt werden, „GoodNotes“ und „Doceri“ ersetzen als „digitale Tafel“ das Whiteboard und die Anwendung „Digitale Schulbücher“ ermöglicht die hochauflösende Darstellung der einzelnen Schulbuchseiten. Das App "Stage" erspart beispielsweise den Kauf einer viel teureren Dokumentenkamera und ist wesentlich flexibler einsetzbar.

Am Projekttag „Schule der Zukunft“ im April 2015 ließ Herr Höhn die Schüler und Schülerinnen der Klasse 9 aR in den verschiedenen App-Stores nach Applications recherchieren, die für den schulischen Einsatz besonders geeignet sind und den individuellen Lehr-Lernprozess positiv unterstützen. Dabei wurde deutlich, dass die Zusammenarbeit zwischen Schülern und Lehrkraft bei der Gestaltung des Unterrichts in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen wird. So können die Schüler und Schülerinnen durch die Empfehlung bestimmter Apps direkt Einfluss auf die Unterrichtsmethodik nehmen und das Unterrichtsgeschehen enorm bereichern.

Schon in den ersten Wochen des aktuellen Schuljahres war für die in den modernen Klassenzimmern unterrichtenden Lehrerkräfte klar, dass das Unterrichten mit dem Tablet wesentlich vielseitiger und für die Schülerinnen und Schüler gewinnbringender ist als die herkömmliche Art. Das hohe Interesse und die Begeisterung der Schüler und Schülerinnen für die neuen medialen Präsentationstechniken haben deutlich gezeigt, dass offene Unterrichtsformen in Kombination mit neuen Kommunikationstechniken den Lernerfolg nachhaltig positiv beeinflussen können.

Im Laufe des Schuljahres 2014/2015 wurden darüber hinaus acht mobile Einheiten angeschafft, die nach dem gleichen technischen Prinzip wie die Tablet-Räume II/11, II/12 und II/13 funktionieren. Die Lehrkräfte und die Schüler und Schülerinnen haben nun die Möglichkeit, das Tablet im gesamten Schulgebäude einzusetzen.

Das Ziel für die Zukunft, und somit auch für die "neue Sene", muss jedoch der Aus- bzw. Umbau der Klassenzimmer sein, so dass der Einsatz von Tablets zur kabellosen Präsentation über Beamer in allen Klassenzimmern jederzeit möglich ist.

Wir sind zuversichtlich, dass das jetzige Schulhaus dies noch erleben kann, da es bis zur Fertigstellung des Neubaus doch noch ein paar Jahre dauern wird.

Der Dank der Systemadministratoren gilt an dieser Stelle dem Medientechniker Herrn Markus Schneider für seinen Ideenreichtum, sein Fachwissen, seine kompetente Beratung und Unterstützung beim Aufbau der neuen technischen Infrastruktur, Herrn Andreas Eisenberger und Herrn André Hahn für den professionellen Bau der mobilen Einheiten und Herrn Martin Klischat, dem Geschäftsleiter des Zweckverbandes, für seine unermüdliche und entschlossene Unterstützung des Projekts „SENE 20/20“.

Sebastian Geidner
Thorsten Höhn
Markus Schneider